DOUBLE FEATURE
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Der Aneignungsprozess ist ein wesentlicher Aspekt in den Arbeiten von Suse Bauer, Pascal Fuhlbrügge und Katrin Bahrs. Mit dem Bewusstsein darüber dass jegliche Form der kompositorischen Arbeit - sei es die bildnerische, die musikalische oder choreografische - sich immer in etwas bereits Gesehenes, Gehörtes oder Erlebtes einschreibt und sich zu einer (Kultur-) Geschichte in Beziehung setzt, geht es den drei Künstler_innen darum, über das reine Über- oder Nebeneinanderschichten von Zitaten hinaus zu gehen, indem sie ihre eigene Form behaupten und sich dadurch zu der sie umgebenden Welt verhalten, um diese für sich und andere greifbar zu machen.

Unter dem Titel „Un amore clandestino” eigen die drei sich aus der Perspektive des Fans Figuren, Bewegungen und Schritte aus Zeitschriften, Gemälden, Büchern und Filmen an, wiederholen diese und entwickeln daraus eine gemeinsame Choreografie. Dabei werden die Posen, Gesten und Haltungen, die man sowieso schon für die eigene Inszenierung als Künstler_in internalisiert hat und häufig unbewusst einnimmt ebenso zitiert, bejaht, angezweifelt und persifliert, wie die medial vermittelten Bilder von verschiedenen Körpern, die letztendlich wieder auf das eigene Körperbild und die eigene Inszenierung zurück wirken.
Der Umgang mit diesen (Vor-) Bildern oder Posen ist ein improvisierter, mitunter ungelenker und dennoch affirmativer. Die Situation der „Ausstellungseröffnung” hat auf die Choreografie ebenso Einfluss wie die Begrenztheit des (Wohn-) Raumes und die individuellen Methoden und Arbeitsweisen der drei Beteiligten.